Die Geschichte von Aszód

 

Aszód liegt im Galgatal und auf der Hügellandschaft, die zu der geographiscen Landschaft Süd-Cserhát, von der das Galgatal vom Osten begrenzt wird, gehört. Nach dem Beweis der Funden waren Menschen auch in der Altsteinzeit in diesem Gebiet. Am Ende der Neusteinzeit befanden sich hier die Siedlung und ihr Friedhof, die die Polnische Kultur bestimmen, und die von Dr. István Asztalos entdeckt und von Dr. Nándor Kalicz mit mehrjahrigen Forschungen  ausgegraben wurden. Auf dem Hügelrücken über der Siedlung blühte ca. 350 Jahren - die steinzeitliche Metropole- dieser schon mit dem Ackerbau, mit dem hochentwickelten Handel beschäftigen Bevölkerung.

Auch Denkmäler zahlreicher Kulturen der Kupferzeit, Bronzezeit und Eisenzeit wurden von den Archaologen entdeckt und ausgegraben. Besonders bemerkenswert ist die Erdburg und der Friedhof der Bevölkerung der Hatvan-Kultur in der Mittelbronzezeit.

In der römischen Zeit lebten in diesem Gebiet die Sarmaten, deren Denkmäler sowie auch die Denkmäler anderer Völker der Völkerwanderung auf mehreren Teilen des Grenzgebietes an die Oberflache kamen. Das Petofi - Museum bewahrt die archaologischen Denkmäler der verschiedenen Völker, die im Laufe der Geschichte in dem Grenzgebiet von Aszód lebten.

Die landnehmenen Ungarn siedelten sich auch im Galgatal an. Obwohl das erste mittelalterliche Urkundenmaterial von Aszód erst aus dem Jahre 1401 stammte, lassen einen die Denkmaler in keinen Zweifel darüber, dass auch schon in der Zeit der Könige aus dem Arpadenhaus hier Menschen lebten, dass hier ein Dorf bestand.

Die Siedlung bewahrt in ihrem Namen ein uraltes ungarisches Sprachdenkmal: Aszó = periodischer Wasseriß, d - Verkleinerungssuffix. Aszód ist also ein Gebiet, wo periodische Wasserisse das Terrain zerschneiden. Diese Bedeutung passt geographisch vollkommen auf diese Siedlung und auf ihr Grenzgebiet.

In dem ungarischen Mittelalter war dieses Gebiet im Besitz der Familie Aza, Azzow, d.h. Aszód. In seinem Grenzgebiet findet man das in den Urkunden erwähnte und auch archaologisch (teilweise) bestätigte Sankt-Kreuz-Pramonstratenser Kloster, das - höchstwahrscheinlich - von Kartals, die der Stamm von Kursan, des Fürsten (neben dem Árpád) waren, gebaut wurde. Deshalb nimmt der Autor an, dass auch die Familie Aszód zu den Kartals gehörte, obwohl er es - wegen der wenigen Quellen - nicht beweisen kann.

Am Anfang der türkischen Eroberung, im Jahre 1524, wurde das Dorf entvölkert, und erst am Ende der 1630-er Jahren wurde es wieder besiedelt. Zu dieser Zeit war es der Besitz der Familie Szelényi. Als die Türken verreben wurden, lief die Bevölkerung auseinander, sie zog aber bald wieder zurück , dann fing eine Blütezeit in Aszód an. Dieses Gebiet gehörte zuerst - durch Erbschaft und Ehe - János Osztroluczky und seiner Ehefrau Judit Justh, später gehörte es János I. Podmaniczky, der ihre Tochter Judit heiratete. Von dieser Zeit an waren das Leben der kleinadligen (seit 1782 Baronen-) Familie und die Geschichte von Aszód miteinander verbunden.

Unter der Bevölkerung dieser Siedlung findet man . schon am Ende des 17. Jahrhunderts . neben der einheimischen katolischen Bevölkerung auch die aus den oberungarischen Komitaten hierher umgezogenen, und später angesiedelten evangelischen Slowaken. Im 18. Jahrhundert nahmen die Podmaniczkys durch ihre wirtschaft- und beisiedlungsentwickelnde Politik zahlreiche jüdische Handler und deutsche (hauptsachlich evangelische) Handwerker ins Zentrum ihres Besitzes, das im Jahre 1761 den Rang eines Marktfleckens erreichte, auf.

Der Marktflecken Aszód stand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in voller Blüte. Er war keine dicht bevölkerte Siedlung, aber infolge der hier ansässigen Herrschaft, des gut entwickelten Handels und der Handwerkerzunft (in dem Marktflecken gab es drei Zünfte), und mit seinen schönen Schlössern, mit den Kirchen der drei Religionen (wo man den Herrn auf ungarisch, slowakisch und deutsch lobte und pries) war er eine der bürgerlichsten Siedlung im Komitat Pest. Die seit 1728 bestehende evangelische Mittelschule (deren Schüler zwischen den Jahren 1835-1838 der große ungarische Dichter : Petofi war) machte diese Kleinstadt entlang des Flusses Galga noch bedeutender.

Obwohl die Entwicklung von Aszód infolge des Vermögensverfalls der Familie Podmaniczky vorläufig stehenblieb, wurde diese Siedlung durch die seit Ende des 19. Jahrhunderts neu eröffneten Anlangen zum Zentrum des Galgatals. Durch die seit 1884 bestehende Ungarische Königliche Verbesserungsanstalt, durch die im Jahre 1891 eröffnete Mädchenerziehungsanstalt, durch das Progymnasium, das im Jahre 1912 den Rang eines Hauptgymnasiums erreichte, durch den Stuhlbezirk und das Oberstuhlrichteramt, die noch in demselben Jahr (1912) organisiert wurden, und durch die Ungarische Flugzeug- und Maschinenfabrik Lloyd, die mit ihrer Produktion im Jahre 1914 anfing, wurde Aszód von Bedeutung nicht nur für das örtliche Gebiet, sondern auch für das ganze Land.

Zwischen den zwei Weltkriegen wurde Aszód zum Verwaltungs-, Verkehrs-, Industrie-, Handels-, Gesundheits und Kulturzentrum des nordöstlichen Komitats Pest, des Galgatals und der Aszóder Stuhlbezirks.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Stadt Aszód ihre führende Rolle und den Stadtrang. Der Aszóder Stuhlbezirk wurde eingestellt.

Die Entwicklung von Aszód verschnellerte sich seit 1990. Im Jahre 1990 bekam es den Stadtrang zurück, die Industrie und der Handel nehmen einen Aufschwung.

Aszód wurde neuerkich zum Zentrum des Galgatals.